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Einkommensquelle, die den Umzug ins Ausland überlebt hat

Beim Auswandern geht ja regelmäßig einiges kaputt, was vorher gut lief. Kunden springen ab, weil die Zeitzone nicht mehr passt. Nebentätigkeiten aus Deutschland fallen weg. Verträge müssen gekündigt oder umgestellt werden. Bei mir war das vor drei Jahren genauso, und ich habe damals zum ersten Mal darüber nachgedacht, welche meiner Einnahmen eigentlich ortsunabhängig sind.

Die ernüchternde Antwort war: fast keine. Alles hing entweder an deutschen Kunden oder an meiner Anwesenheit. Was den Umzug ohne jede Anpassung überstanden hat, waren die Ausschüttungen aus meinem Depot. Die kamen weiter, unabhängig davon, in welchem Land ich das Konto abgerufen habe.

Das war der Anstoß, diesen Teil ernster zu nehmen. Vorher war er eine Nebensache, in die ich hin und wieder etwas eingezahlt habe, ohne System. Die Positionen kamen aus Empfehlungen, und ich hätte bei der Hälfte nicht sagen können, warum sie im Depot liegt.

Aufgeräumt habe ich das mit der Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, im Netz Dividenden Backpacker genannt. Für mich war entscheidend, dass der Kurs nicht bei einzelnen Aktientipps stehen bleibt, sondern eine Prüfreihenfolge vermittelt, die man auf jedes neue Unternehmen anwenden kann.

Der Aufbau umfasst elf Module und über 65 Lektionen bei einer Gesamtlaufzeit von mehr als elf Stunden. Themen sind das Auffinden von Kandidaten, die Bewertung und der Umgang mit Kauf- und Verkaufszeitpunkten. Ergänzt wird das durch einen Newsroom-Zugang mit nachgereichtem Material. Einmal bezahlen, danach entstehen keine weiteren Kosten. Nach Anbieterangaben sind über 700 Teilnehmer bislang dabei gewesen.

Speziell für Auswanderer will ich zwei Dinge dazusagen, die im Kurs nicht behandelt werden, weil sie rechtlicher Natur sind. Erstens: Klärt vor dem Umzug, ob euer Broker Kunden mit Wohnsitz im Zielland überhaupt führt. Manche kündigen bei Ummeldung, und dann muss man Bestände übertragen, was Zeit und Nerven kostet. Zweitens: Die steuerliche Behandlung von Ausschüttungen ändert sich mit dem Wohnsitz, teils erheblich. Das gehört auf die Auswanderungs-Checkliste, nicht in die Kategorie später.

Was mir inhaltlich am meisten gebracht hat, war der Umgang mit Unternehmen, die ihre Ausschüttung über viele Jahre gesteigert haben. Ich hatte das vorher als Qualitätssiegel gelesen: lange Serie gleich verlässlich. Der Kurs zeigt, dass eine solche Serie auch zur Last werden kann, weil Unternehmen sie um jeden Preis fortführen wollen, teilweise auf Kosten der Substanz. Seitdem schaue ich immer nach, woher das Geld für die Ausschüttung kommt.

Was die Erwartungshaltung angeht, bleibe ich ehrlich: Das ersetzt kein Einkommen, jedenfalls nicht in überschaubarer Zeit. Wer auswandert und darauf setzt, mit Ausschüttungen die Lebenshaltung im neuen Land zu bestreiten, braucht ein Vermögen, das die allermeisten nicht haben. Kurse schwanken, und eine Dividende kann gekürzt oder gestrichen werden, weil sie jedes Jahr neu beschlossen wird.

Zur Offenlegung: Ich bin Partner und verdiene an einem Kauf über meinen Link. Wer trotzdem einen Blick hineinwerfen will, findet die Gliederung des Kurses beim Anbieter. Ohne meinen Link natürlich ebenso auffindbar.

Was sich für mich praktisch verändert hat: Ich zahle inzwischen in Euro ein, obwohl ich in einer anderen Währung lebe, und behandle das bewusst als langfristigen Topf, den ich vor Ort nicht anfasse. Für laufende Kosten habe ich eine getrennte Reserve in Landeswährung. Diese Trennung hat mir schon zweimal geholfen, als der Wechselkurs ungünstig stand.

Und ein Hinweis, den ich mir selbst gewünscht hätte: Rechnet die Übergangsphase großzügig. Bei mir hat der Umzug fast ein Jahr lang mehr gekostet als geplant, und in dieser Zeit konnte ich nichts zurücklegen. Wer damit rechnet, gerät nicht in die Situation, Anteile verkaufen zu müssen.

Ein Punkt, den ich beim Umzug unterschätzt habe: Wer im Ausland lebt und deutsche Dokumente braucht, sollte alles Wichtige digital verfügbar haben. Ich habe zweimal Wochen verloren, weil ein Nachweis nur in Papierform bei meinen Eltern lag und per Post kommen musste.

Mich würde interessieren, wie es bei euch aussieht: Welche eurer Einnahmequellen hat den Umzug tatsächlich unbeschadet überstanden? Und habt ihr die Brokerfrage vorher geklärt oder erst, als es Probleme gab?